Wie alles begann...

Mein Großvater wurde 1866 in Mönchengladbach als drittes von 10 Kindern eines Bauunternehmers geboren. Nach seiner Schulausbildung und dem Militärdienst gründete er mit Herrn  Berghöfer in Mönchengladbach eine Textilmaschinevertretung. Bedingt durch den Beruf kam er viel in Europa herum und lernte unter anderem auch die Firma Tweedales & Smalley in England kennen, von der an anderer Stelle noch die Rede sein wird..

Im Jahre 1898 heiratete er die Holländerin Maria Aussem-Otten. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor.

Er beschloß im Jahr 1903 ein eigenes Unternehmen zu gründen und trennte sich in freundschaftlicher Weise von Herrn Berghöfer. Im Elsaß, genauer in Schnierlach (heute heißt es Lapoutroie) gründete er seine erste  Fabrik. Es handelte sich um eine Baumwollspinnerei.

Ein Blick auf die Hohf´sche Fabrik in
Schnierlach (Oberelsaß)

Das Elsaß war nach dem deutsch-französischen Krieg im Jahre 1871 dem Deutschen Reich zugefallen.
 
Mein Vater wurde im Jahre 1908 hier geboren. Die Firma florierte und es wurden im Laufe der Zeit seitens der Firma einige Häuser mit insgesamt 45 Werkswohnungen für die wachsende Anzahl der Arbeiter  gebaut. Zu dieser Zeit konnte sich mein Großvater sein erstes Auto, einen De Dion-Bouton leistenMein Großvater mit der ganzen Familie am Steuer seines
ersten Autos, einem De Dion-Bouton im Jahr 1910

Im Jahre 1914 brach dann der erste Weltkrieg aus in dessen Verlauf das Elsaß zum Kampfgebiet wurde.
Mein Großvater schickte daraufhin seine Kinder zu seiner Tante nach Freiburg i. Br.. Meine Großeltern blieben während dessen im Elsaß um die Firma zu leiten.. Ihr Haus wurde teilweise durch das deutsche Militär requiriert und als Kommandostützpunkt verwendet. (ein Bunker im Garten zeugt heute noch aus dieser Zeit). Das Wohnhaus meiner Großeltern, 
gebaut 1903 im Sept 2003

Nach dem Ende des Krieges fiel das Elsaß und damit auch der Besitz meiner Großeltern im Zuge der Versailler Verträge (1919) zunächst entschädigungslos wieder an Frankreich.

Meine Großeltern wurden ausgewiesen und sie zogen mit der Familie nach Bad Neuenahr.
Die wirtschaftliche Lage Anfang der 20er Jahre war alles andere als rosig in Deutschland.
Es gelang Rudolf Hohf (sen.) schließlich bei der Worpsspinnerei in Oldenburg eine Stellung als Technischer Direktor zu bekommen.

Nachdem nun auch das Rheinland unter französische Besatzung gestellt wurde, holte er seine Familie im Jahr 1924 aus Bad Neuenahr zu sich nach Oldenburg, wo er eine Werkswohnung auf dem Fabrikgelände hatte.
Er entschloß sich im Jahr 1926, inzwischen 60-jährig, noch einmal von vorne anzufangen. Mittlerweile gab es eine kleine Entschädigung für den verlorenen Besitz im Elsaß. Ganze  5 Reichsmark erhielt er für je 1000 Reichsmark Wert des ehemaligen Besitzes

Mit diesem bescheidenen Grundkapital machte er sich auf die Suche nach einem geeigneten Standort für seine neue Fabrik.
Im oberfränkischen Marktschorgast wurde er schließlich fündig.
Dort bot sich ein geeignetes Grundstück und vor allen Dingen Arbeitskräfte, die gut mit Garn umgehen konnten.
Bevor er die Firma eröffnete verdienten viele Marktschorgaster Bürger ihr Geld durch Flachsspinnen in Heimarbeit. Dadurch verfügten sie über die notwendige Geschicklichkeit, die auch beim Verspinnen von Baumwolle unbedingt erforderlich ist.

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R.Hohf (sen.)
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