Krupp - kaum ein Name ist so eng mit Schwerindustrie in jeder Variation verbunden wie dieser!
Krupp war beispielhaft in den sozialen Leistungen für seine Arbeiter im letzten und vorletzten
Jahrhundert, aber ohne Krupp hätten auch die Kriege die Deutschland führte möglicherweise gar nicht stattgefunden.
Kaum ein Unternehmen hat stärkere Emotionen auf sich gezogen in seiner Verbindung mit Staat und Politik als Krupp in
seiner 200 jährigen Geschichte.
Schon Ende des vorletzten Jahrhunderts war die Fläche der Kruppschen Gußstrahlfabrik deutlich größer als die Stadt Essen selbst.
Hier ein Stadtplan von Essen aus dem Jahr 1889
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Ein Blick vom Essener Rathaus auf die Gußstahlfabrik
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1826 übernahm Alfred Krupp das Unternehmen des Vaters Friedrich mit sieben Mitarbeitern und nahm einen, wenn auch von einigen Rückschlägen gezeichneten Weg.
Den großen Aufschwung bringt 1843 die Eisenbahn. Es wurden Achsen, Räder, Schienen und allerhand maschinenbautechnisches Material gebraucht.
Ein großer Durchbruch für Krupp gelang mit der Entwicklung des nahtlosen
Radreifens für Eisenbahnen.
Im Jahre 1870 beschäftigte Krupp bereits über 20.000 Arbeiter.
Schon 1836 richtete er für seine Arbeiter eine Krankenkasse und eine Krankenanstalt
ein. Auch ließ er eine Reihe von Werkswohnungen bauen. Zu dieser Zeit war das auf keinesfalls selbstverständlich und beweist die hervorragenden sozialen Eigenschaften
Alfred Krupps. Eine Konsumanstalt wurde ebenfalls gegründet um den Arbeitern eine Möglichkeit zu günstigem Einkauf zu verschaffen.
Als Gegenleistung dafür erwartet er, daß seine Arbeiter sich nicht der entstehenden
Arbeiterbewegung anschlossen und sich auch im Privatleben als "Kruppianer" fühlten und entsprechend verhielten. Er versuchte das durch entsprechende soziale Angebote zu erreichen.
In technischer Hinsicht entwickelte Krupp als erster einen Dampfhammer und verbessert fortlaufend die Qualität seiner Stähle.
Stets setzte er die jeweils neuesten Verfahren zur Stahlerzeugung , unter anderem das
Bessemer- und das Siemens-Martin-Verfahren ein. Auf Grund der hohen Qualität seines Gußstahls, gelang es ihm als erster Kanonen und Geschütze aus Stahlguß herzustellen. Bis dahin wurden Kanonen meist aus sehr teuerer Bronze gegossen.
Diese Produktion wurde letztlich das wichtigste Standbein seines Unternehmens und begründete seinen populären Namen "Kanonenkönig".
Krupp erwirbt Erzgruben, Zechen , Stahlwerke (Grusonwerk in Magdeburg 1892/93)
schließlich eine eigene Reederei (Germania-Werft 1902) um autark und unabhängig produzieren zu können.
Diese großen Investitionen sorgten dafür, daß die Finanzlage des Unternehmens
ständig angespannt war. Die großen Rüstungsaufträge des Staates sicherten aber das Überleben der Firma.
1872 er läßt Krupp das berühmte "Generalregulativ", was sozusagen das Grundgesetz
für die Firma darstellte. In ihnen wurden detaillierte Grundsätze der Geschäfts- und Betriebsführung festgelegt aber auch alle Pflichten und Rechte der Werksangehörigen.
Privat ließ sich der "Kanonenkönig", einen hochherrschaftlichen Wohnsitz, die "Villa Hügel", bauen
Die “Villa Hügel” oberhalb des Baldeneysees in Essen
Ein "Einfamilienhaus mit 220 Zimmern", wie es in den Bauunterlagen genannt wurde, diente bis Mai 1945 der Familie Krupp als Wohnsitz. Heute befindet sich dort eine
Ausstellung über die Geschichte der Gußstahlfabrik und ständig wechselnde Kunstausstellungen
Die "Villa Hügel" blieb der Krupp´sche Wohnsitz bis 1945
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