AUSTRALIEN 2001
(noch im Aufbau, es fehlen noch teilweise Bilder und Überschriften)

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Wie es sich für Deutschland gehört, landeten wir bei naßkaltem Schneeregen morgens um 6:00 Uhr in Frankfurt. Wir hatten aber so viele schöne Erlebnisse in Australien, daß uns das gar nichts ausmachte.

Wirklich ein ganz herrliches Land mit sehr liebenswerten Einwohnern, die ihre Freiheit zu schätzen wissen. Wenn wir dabei an unser durchreguliertes Leben in der Bundesrepublik denken, merken wir wie "verbogen" wir in unseren Hirnen schon sind.

Hier nun eine kleine Reisebeschreibung.

Auf geht ´s! Der Flug nach Aussiland

Ende Oktober starteten wir Richtung Melbourne. Es standen uns zirka 21Stunden reine Flugzeit bevor. Nach 13 Stunden erreichten wir Singapur -dort hatten wir ungefähr vier Stunden Aufenthalt und die erste Gelegenheit nach den langen Flug genüßlich eine Zigarette zu rauchen.

Singapur ist wirklich der schönste Flughafen, den ich kenne. Die Wartezeit in diesen Flughafen zu überbrücken ist überhaupt kein Problem. Man sitzt in gemütlichem Cafes, umgeben von Orchideen, künstlichen Wasserfällen und tropischen Regenwald mitten im Gebäude. Der Fußboden ist blitzsauber und die Menschen sehr hilfsbereit und freundlich.

Nach dem wir uns dann die Füße etwas vertreten hatten begaben wir uns an Bord der "SINGAPORE AIRLINES" Maschine nach Melbourne.

Die Fluglinie ist auch sehr zu empfehlen, der Bordservice ist erste Klasse! Gegen 5:30 Uhr morgens (Ortszeit) kamen wir in Melbourne an und fuhren als erstes mit dem Taxi in unser Hotel, das wir von Deutschland aus gebucht hatten.

Ihr könnt Euch sicher vorstellen daß wir ziemlich gerädert waren nach diesem langen Flug.

Nun schiefen wir erst einmal bis Mittag. Wir hätten auch noch länger geschlafen, wenn uns nicht die Neugier aus dem Bett getrieben hätte. Nach unseren Gefühlen war es ja schließlich mitten in der Nacht ( 10 Stunden Zeitdifferenz zu Deutschland).

Melbourne...

Nach einem gemütlichen Bad machen wir uns auf, um die Stadt zu erkunden .

In der alten City sieht man deutlich den viktorianischen Einfluß auf die Architektur. Gleich daneben entstehen auf dem Gebiet des ehemaligen Hafens moderne Stadtviertel die sowohl im "allerwelts-Skyline"-Stil gehalten sind, als auch teilweise sehr interessante Aspekte moderner Architektur aufweisen.

Man hat auf jeden Fall das Gefühl daß bei den Neubauten Geld keine Rolle zu spielen scheint.

An der älteren Bausubstanz nagt jedoch schon durchaus sichtbar der Zahn der Zeit.

Faszinierend ist auch, aus wieviel Völkern die Einwohnerschaft dieser -für australische Verhältnisse- großen Stadt besteht.

Unser Taxifahrer, selbst Grieche, erzählte uns, daß Melbourne die drittgrößte “griechische” Stadt nach Athen und Tessaloniki in der Welt sei. Weiterhin gibt es unglaublich viele Asiaten, vor allen Dingen Japaner und Chinesen.

Die berühmte "Great Ocean Road" und Stadtansichten von Melbourne

Am nächsten Tag mieteten wir uns ein Motorrad um für drei Tage an der legendären "Great Ocean Road" entlang zu fahren.

Landschaftlich war diese Tour sehr beeindruckend! Sie entspricht ungefähr einer Mischung aus der Westküste Korsikas und der von Irland.

Ärgerlicherweise entsprach das Wetter eher dem Unseren in dieser Jahreszeit. Zunächst regnete es nur, später jedoch kam ein orkanartiger Wind dazu, das Ganze bei ungefähr 12 °C.

Keine sehr erfreulichen Aussichten für Motorradfahrer! Deshalb sahen wir uns leider genötigt die Rückreise nach Melbourne anzutreten.

Kaum dort wieder angekommen, besserte sich auch prompt das Wetter!

Gaby, die zoologische und botanische Gärten über alles liebt, schlug vor in den Zoo zu gehen. Gute Idee! Hier konnten wir uns einen ersten Eindruck der australischen Tierwelt verschaffen, die wir zum Teil dann später im Outback auch in freier Natur beobachten konnten.

Nach dem wir unser Motorrad wieder beim Vermieter abgegeben haben, begaben wir uns zum Hauptbahnhof. Es waren nur noch ein paar Stunden bis zur Abfahrt unseres Zuges, dem "GHAN", der uns dann in 36 stündiger Fahrt nach Alice Springs bringen sollte.

Natürlich waren wir schon sehr gespannt auf diese Fahrt! Wir gaben unser Gepäck auf und schlenderten dann noch ein wenig durch die Gegend.

Unweit des Bahnhofs fiel uns ein großes, modernes Gebäude auf, wohin sich sehr viele Leute begaben. Wir schlossen uns - neugierig wie wir sind - ihnen an und gingen hinein.

So etwas haben wir beide noch nie gesehen! Das ganze Gebäude war ein riesiges Spielcasino! Auf vier Stockwerken gab es Roulettetische, einarmige Banditen und sonstige Glücksspiele soweit das Auge reicht . Wir glaubten in Las Vegas zu sein!

Unmengen von Leuten von der Oma bis zum Professor vergnügten sich dort und warfen ebensolche Unmengen von Geld in die Spielautomaten!

Diese Spielleidenschaft muß wohl noch aus "englischen" Zeiten übrig geblieben sein.

Mittlerweile war es dann 22:30 Uhr! Abfahrtszeit für unseren Zug!

Der Ghan

Nach kurzer Wartezeit am Bahnsteig wurden wir dann gebeten den Zug zu besteigen.

Weil dieser Urlaub schließlich unsere Hochzeitsreise war, hatten wir uns auch die erste Klasse gegönnt.

Von sehr freundlichem Personal wurde uns unser Schlafwagenabteil gezeigt. Herrlich! Ein Abteil mit eigener Dusche und Toilette. Der Zug setzte sich langsam in Gang Richtung Adelaide, die erste Station die wir am nächsten Morgen erreichen sollten.

Man bat uns nun in den Barwagen, wo uns der "Chef de Train" freundlich mit einem Drink begrüßte.

Hier lernten wir schnell einige Mitreisende kennen, mit den wir in den nächsten eineinhalb Tagen zusammen sein würden.

Nach 2 Stunden begaben wir uns dann schließlich in unser Abteil. Die Nacht war etwas unruhig, was aber hauptsächlich an den Schienen lag.
Im übrigen sind wir beide ziemliche Neulinge, was Fahrten mit Schlafwagen betrifft...

Kurz vor Adelaide bat man uns dann in den Speisewagen.

Ein herrliches Frühstück an gemütlich gedeckten Tischen erwartete uns dort. An den Fenstern zog eine hügelige Landschaft mit schönen Bauernhäusern und ihren stets aufs feinste gepflegten Gärten vorbei.

Adelaide

Gegen 10:00 Uhr vormittags kamen wir in Adelaide an. Der Zug hat mehrere Stunden Aufenthalt hier.

Die Eisenbahngesellschaft lud uns ein mit einem Bus eine Stadtrundfahrt mit Mittagessen zu machen. Adelaide ist wirklich eine schöne Stadt mit vielen Parks und sympathischen kleinen Häusern.
In einem Restaurant, mitten im botanischen Garten, gab es dann ein vorzügliches Mittagessen.

Anschließend hatten wir noch eine Stunde Zeit dort spazieren zu gehen. Gaby war natürlich begeistert!

Wir malten uns aus, wie wir den Garten im Marktschorgast einmal gestalten können, falls wir mal 1 Million im Lotto gewinnen sollten. Schöne Hirngespinste...!

Der Bus fuhr uns wieder zurück zum Bahnhof und wir bezogen wieder unser Abteil.

von Adelaide nach Alice Springs

Der Ausflug und die etwas unruhige Nacht zuvor hatten uns beide doch etwas ermüdet und wir machten ein kleines Nickerchen, während sich der Zug wieder in Richtung Alice Springs in Bewegung setzte.

Nach einer Stunde gingen wir dann in den Barwagen um stilvoll einen nachmittäglichen Drink bei einer gemütlichen Zigarette zu nehmen. (Der GHAN ist übrigens der einzige Zug in Australien, in dem man rauchen darf!).

Wir unterhielten uns dort mit einem sehr netten Engländer, der ebenfalls eine große Australienreise unternahm. Es war sehr interessant! Wir erfuhren viel über das Leben eines mittleren Angestellten aus der Londoner City und mußten feststellen, daß es uns doch sehr gut geht, vor allen Dingen was Urlaub angeht. Der Engländer hat seinen gesamten Urlaub über 7 Jahre zusammengespart um nun für zwei Monate diese Reise zu unternehmen.
Alle Achtung! Das ist Enthusiasmus!

Die Zeit verflog genau so schnell, wie die Landschaft an den Fenstern vorbei strich.

Schon kam der Stewart und bat uns in den Speisewagen.

Damastgedeckte Tische mit Silberbesteck erwarteten uns. Durch die Fenster konnten wir einen tollen Sonnenuntergang über der Prärie sehen .

Gaby nahm Känguruhsteak und ich eins vom hiesigen Rind, dazu noch ein Fläschchen australischen Rotweins und das Mahl war perfekt. Selten haben wir derartig gutes Fleisch gegessen!

Nach dem Essen saßen wir mit den anderen Gästen noch ein bißchen zusammen um dann wohlig müde in unsere Betten zu sinken.

Diese Nacht haben wir dann auch wirklich gut geschlafen! Die Schienen waren offensichtlich erheblich besser verlegt, als auf der Strecke von Melbourne nach Adelaide!

6:30 Uhr; der Stewart weckte uns! Eigentlich waren wir etwas verärgert über die frühe Weckzeit. Aber dann blinzelten wir müde durch die Schlitze in der Jalousie. Die Sonne spitzte gerade über den Horizont und tauchte das Outback in ein sanftes Rot.

Das Farbenspiel des Sonnenaufganges war noch beeindruckender als der Sunset am Vorabend!

Was gibt es schöneres, als vom Bett aus am frühen Morgen ein solches Schauspiel zu erleben!

Pünktlich um 8:00 Uhr gab es zum zweiten Mal auf dieser Reise Frühstück. Es war genauso ein Genuß wie gestern vor Adelaide. Nur die Landschaft vor dem Fenster war nun deutlich wüstenartiger. Es gab nur noch sehr selten menschliche Ansiedlungen und manchmal sahen wir ein Stück des "Stuart Highway" der großen Autostraße von Darwin nach Adelaide.

Gegen 9:30 Uhr wird der Zug deutlich langsamer und es erschienen künstlich bewässerte Felder und Wiesen, die sich deutlich gegen den roten Sand der Gegend abhoben. Offensichtlich nähren wir uns jetzt Alice Springs. Wir erreichen die derzeitige Endstation der Strecke wie geplant um 10:00 Uhr.

Natürlich ist es ziemlich heiß hier, kein Wunder, mitten in der Wüste!

Nachdem wir unser Gepäck erhalten haben, fuhren wir mit dem Taxi zum Autovermieter um unser Wohnmobil zu " beziehen ".

Ein wirklich schönes Fahrzeug haben wir bekommen! Klimaanlage, Mikrowelle, schöne Betten...

Ein sehr netter Mitarbeiter von Britz ( dem Autovermieter) erklärte uns ausführlich die Funktionen des Fahrzeuges.

Auf zum Ayers Rock

Danach machten wir uns auf zu unserem ersten Ziel, dem Ayers Rock.

450 km einsame Landstraße bei in über 30 Grad Celsius haben wir vor uns.

Bevor wir Alice Springs verlassen, kaufen wir noch eine Grundausstattung an Lebensmitteln und Getränken für den nächsten vier Tage, die wir unterwegs sein werden.

Nach dem wir die Stadt verlassen haben, nimmt der Verkehr sehr schnell ab. Mit zirka 100km/h fahren wir zunächst den gut ausgebauten Stuart Highway ein Stück Richtung Süden um dann rechts abzubiegen in Richtung des berühmten roten Felsens.

250km lang nur Landschaft und ca. alle 50km ein Roadhouse ( Tankstelle und Raststätte).

Das Wetter wird zusehends schlechter und als wir schließlich den Ayers Rock erreicht haben goß es wie aus Kübeln und heftige Blitze zuckten über den Himmel.

" Ein äußerst seltenes Erlebnis!" sagte man uns dann später am Campingplatz.

die meisten Leute kennen den Berg nur bei Sonne, höchstens drei Prozent der Touristen erleben ihn bei Regen und Gewitter.

Das ganze Spektakel hatte natürlich auch den Vorteil, daß die Temperatur auf angenehme 22 Grad gesunken war.

Vor dem Felsen wurde vor einigen Jahren ein großes "Ressort" für die Touristen angelegt. Hier gibt es Hotels jeder Kategorie, Geschäfte und einen Campingplatz.

Früher waren Hotels und Campingplätze ziemlich wild rund um den Berg verteilt. Die Aborigines haben einen Anspruch auf das Gebiet, der jetzt von der Regierung auch endlich anerkannt wurde. So wurde nach langen Verhandlungen dann schließlich der Kompromiß mit dem Ressort zwischen Regierung und Aborigines geschlossen und alle anderen Bauten rund um den Berg abgerissen .

Leider Gottes ist es immer noch erlaubt den Berg zu besteigen, obwohl er das größte Heiligtum der Aborigines ist. Wir wollen ja schließlich auch nicht, daß Touristen im Kölner Dom auf dem Altar herumlaufen.

Wir haben auch festgestellt das "Aborigines" ein Tabuthema in Australien ist. Es herrscht ein sehr problematisches Verhältnis zwischen Ureinwohnern und den "Weißen". Ganz langsame Fortschritte im Verhältnis zueinander lassen sich jedoch schon erkennen.

Mittlerweile hatte sich das Wetter wieder etwas gebessert und der Regen aufgehört. Der aufgeheizte Boden sorgte natürlich sofort dafür, daß die Temperatur schnell wieder stieg.

Und was passiert, wenn es heiß ist? Der Mensch hat Durst! Gaby und ich hatten auch welchen, und zwar auf ein "VB", wie ein wohlschmeckendes australisches Bier heißt.

Bier gibt es -eine australische Besonderheit- nie in einem Supermarkt. für Bier und andere alkoholische Getränke gibt es besondere Läden, genannt "BOTTLESHOPS".

Irgendwo auf dem Resort gibt es natürlich auch einen Solchen. Wir trabten also los, um ihn zu suchen. Auf diese Weise konnten wir auch leicht feststellen wie groß dieses Ressort eigentlich ist! Mein Kommentar:

" so weit bin ich schon lange nicht mehr für ein Bier gelaufen!"

Auf dem Rückweg zum Campingplatz stellten wir fest, daß es sogar einen Bus gibt, der die verschiedenen Hotels und Läden im Linienverkehr abfährt.

Wieder am Campingplatz angekommen mußten wir uns leider ins Innere unsers Autos zurückziehen, weil die allgegenwärtigen Fliegen uns doch sehr zusetzten. Für die heiße Nacht erwies sich die Klimaanlage auch als sehr nützlich.

Am nächsten Morgen gegen 9:00 Uhr fuhren wir dann einmal rund herum um diesen faszinierenden Berg. Es ist schon toll, wie sich der Ayers Rock über 300m hoch aus dem fast ebenen Land heraushebt.

Zu dem Naturschutzgebiet gehören auch die etwa 30km entfernt liegenden "Olgas", die, wenn auch von ähnlicher Bauart, weit weniger bekannt sind aber unserer Meinung nach mindestens genauso schön!

Am Abend, eine Stunde vor Sonnenuntergang, begab sich eine merkwürdige Karavane bestehend aus Autos, Fahrrädern, Motorrädern, Omnibussen und Wohnmobilen in Richtung Ayers Rock.

Jeder versuchte einen möglichst günstigen Platz zum fotografieren zu ergattern. Langsam rötet sich die Sonne, und je später es wird, je mehr glüht der berühmte Monolith.

Es ist relativ still trotz der vielen Leute, die alle Zeuge dieses sehr beeindruckenden Erlebnisses werden. Man kommt sich schon sehr klein und mickrig vor, wenn man bedenkt daß sich dieses Schauspiel schon seit Millionen von Jahren täglich wiederholt. Die Menschheit existiert ja erst seit einem Wimpernschlag-zeitlich gesehen-im Vergleich zur gesamten Erdgeschichte. Und doch bildet sich der Mensch ein schon eine Ewigkeit dazusein.

Wie überheblich !

Doch nun genug der Philosophie!

Nach Einbruch der Dunkelheit gingen wir dann in einem der Restaurants zum Essen. Man konnte ein Stück Fleisch und diverse Zutaten an einer Theke kaufen und mußte sich alles an einem riesigen Grill selber zubereiten. Eine recht gut Idee, fanden wir.

Beim Essen trafen wir dann ein Pärchen in unserem Alter aus Melbourne. Sie stammten aus Deutschland und arbeiteten für 18 Monate in Australien. Es war recht interessant einiges über die Probleme und Schwierigkeiten zu erfahren die man so als junger Einwanderer zu bewältigen hat.

Natürlich haben wir dann auch noch ein paar "VB´s" miteinander getrunken.

Am nächsten Tag machten wir uns erst einmal ein selbstgemachtes " englisches Frühstück" mit gebratenem Speck, Eiern, Champions und anderen Köstlichkeiten.

Gut gestärkt machen wir uns dann auf den Rückweg nach Alice Springs. 450 "heiße"km lagen wieder vor uns.

Irgendwann hatte sich Gaby entschlossen ihr Debüt als Autofahrer in Australien zu geben. Es hatte sie einige Überwindung gekostet, deshalb hielt ich auch sofort an bevor sie den Entschluß wieder revidieren konnte. Todesmutig schwang sie sich ans Lenkrad. Beim Versuch den Gang einzulegen, kratzte sie mit der rechten Hand zunächst mal an der Tür... das tut jeder, auch ich, wenn er zum ersten Mal ein rechts gesteuertes Auto fährt. Sie gewöhnte sich aber doch recht schnell daran mit der linken Hand zu schalten und hatte auch die Größe des Fahrzeuges schnell im Griff.

Das Museum “alter Ghan”

Nachmittags näherten wir uns dann schließlich Alice Springs. In einem Vorort sah ich ein Schild "old Ghan Museum". Meine Neugier war mal wieder geweckt! Wir fuhren dort hin und-siehe da-es standen eine ganze Menge alter Lokomotiven und Eisenbahnwagen in der Gegend herum.

Ein typisch australisches Museum!

Wir konnten die alten hölzernen Wagen des Ghan sehen, die schon damals mit viel Luxus ausgestattet waren. Gaby hat einige Fotos davon gemacht. Ein Teil der Wagen wurde sogar in Deutschland hergestellt, im Innenraum erkennt man noch diverse Bilder von alten Rheinburgen mit Beschreibung, die auf die Holzvertäfelung gemalt worden waren.

Mit viel Liebe zum Detail wurde auch der alte Bahnhof von Alice Springs wieder aufgebaut. Sonntags kann man sogar im alten Speisewagen zum Essen gehen.

Alice Springs

Nun fuhren wir weiter in die Stadt um uns dort einem Campingplatz zu suchen. Nach längerer Suche fanden wir schließlich einen sehr netten, der sogar ganz in der Nähe unseres Autovermieters lag.

Am nächsten Tag mußten wir unser Auto wieder abgeben um dann mit dem Flugzeug nach Cairns zu fliegen.

Der Abend auf dem Campingplatz war recht nett. Ein junger Mann, der aus Tasmanien stammte und nun in Alice Springs lebt, leistete uns längere Zeit Gesellschaft. Wir sprachen viel über die Lebensumstände in Deutschland und Australien. Er wußte z.B., daß es in Deutschland relativ wenig Wohneigentum gibt und war sehr verwundert darüber. Als ich ihm erzählte, daß hier im Erlanger Raum ein Quadratmeter zwischen 300 und 450 Euro kosten würden, fiel er aus allen Wolken. Er meinte, in Alice Springs bekäme man dafür ungefähr einen Hektar, also die Größe des Marktschorgaster Gartens.

Auch fragte er uns, was wir von Juden halten würden. Diese Frage kam doch etwas unerwartet für mich und bevor ich antworten konnte ließ er ziemlich heftige Haßtiraden gegen die Juden los.

Ein sehr ungewöhnliches Gefühl für uns Deutsche! Die Reaktion ist uns übrigens öfters aufgefallen. Die Juden scheinen in Australien wirklich nicht sehr beliebt zu sein. Wir wurden später auf jeden Fall mehrmals ziemlich direkt auf dieses Thema angesprochen, mit ähnlicher Reaktion, was uns doch sehr erstaunte.

Am nächsten Morgen gingen wir nochmal in die Stadt zum bummeln und Frühstück. Wie immer waren die Leute sehr hilfsbereit und freundlich. Um die Station der berühmten "FLYING DOCTORS" und deren Museum zu besuchen, hatten wir leider nicht genug Zeit, da das Museum erst um 11:00 Uhr öffnet.

Auf dem Weg zu unserem Autovermieter entdeckte ich einen Wegweiser zur alten Telegrafen Station.

Als alter Technikfreak mußte ich da natürlich noch hin. Diese Telegrafen Station ist sozusagen der Grundstock für Alice Springs gewesen. Die Stadt ist dann langsam um diese Station herum gewachsen.

Wie immer wurden die Gebäude liebevoll wieder aufgebaut und es stehen auch einige technische Sehenswürdigkeiten herum.

Gaby zog vor im Auto ein Nickerchen zu halten.

Jetzt mußten wir nur noch unser Auto abgeben, unseren Unmengen Gepäck verstauen und mit dem Taxi zum Flugplatz fahren. Alles ging problemlos.

Flug nach Cairns

Eine kleine, aber sehr komfortable Maschine der QUANTAS brachte uns in dreistündigem Flug nach Cairns.

Klimamäßig mußten wir uns ziemlich umstellen. Das heiße trockene Wüstenklima wurde gegen ein heißes feuchtes Tropenklima ausgetauscht. Cairns ist eine in den letzten 50 Jahren schnell gewachsene Stadt und hat einen eher amerikanischen als australischen Charakter. Die Straßen sind reißbrettartig gezogen und die Gebäude eher wirtschaftlich als schön gebaut. Man merkt natürlich, daß hier wesentlich mehr Tourismus herrscht, als beispielsweise in Alice Springs.

Unser neues Wohnmobil, man kann wirklich sagen es war neu (5000km) stand schon vor der BRITZ- Niederlassung bereit. Es war schon nach 17:00 Uhr und das Personal von Britz hatte bereits Feierabend gemacht.

Vollkommen unbürokratisch hatte man einfach den Schlüssel in die Tankklappe gelegt und wir konnten ohne jeden Papierkram wegfahren. Man stelle sich das doch mal in Deutschland vor!

Zunächst sind wir einmal ziellos kurz und quer durch die Stadt gefahren um uns ein Überblick zu verschaffen. Wir hatten nicht bedacht daß hier die Geschäfte offensichtlich alle um 6:00 Uhr schießen.

Endlich hatten wir einen Supermarkt gefunden, der bis 8:00 Uhr geöffnet hatte.

Die übliche Grundausstattung für das Wohnmobil wurde wieder einmal erworben. Mittlerweile war es schon dunkel geworden und wir hatten noch keinen Campingplatz .

Also machten wir uns auf die Suche und fanden auch recht schnell einen.

Große Lust uns etwas zu essen zu machen hatten wir heute nicht mehr, deshalb stiefelten wir einfach los und fanden in der Nähe ein nettes Lokal mit hervorragendem Essen. Wieder am Wohnmobil angekommen waren wir beide so müde, daß wir sofort einschliefen. Wegen der großen Hitze ließen wir die Klimaanlage laufen. Nachts wachten wir dann auf, weil es zu kalt war. Wir mußten erst die richtige Einstellung der Anlage herausfinden, was uns allerdings dann auch sehr schnell gelang. Am nächsten Morgen räumte Gaby erst mal unser Gepäck aus und verstaute alles.

Sicherheitshalber hielt ich mich in respektvoller Entfernung vom Wohnmobil auf, da ich ohnehin ständig im Wege sein würde (nach Gabys Meinung!)

Hier wuschen wir auch zum ersten Mal unsere Wäsche. An fast allen Campingplätzen gibt es Münzwaschmaschinen. Da die Wäsche sowieso trocknen mußte entschlossen wir uns noch einen Tag länger hier zu bleiben.

Im übrigen haben wir gelesen, daß zirka 30km nördlich von Cairns eine große Seilbahn in die Berge des Regenwaldes geht und man von der Bergstation mit einem alten Zug wieder zu Tal fahren kann.

Es wurde auch eine Fahrt mit einem Boot in die dortigen "Everglades" angeboten. Gaby war schon sehr gespannt. Also fuhren wir zum Hafen um eine Karte für dieses Boot zu kaufen. Leider wurde nichts daraus, weil zuwenig Leute mitfahren wollen. Gaby war sehr enttäuscht!

Ersatzweise fuhren wir dann heute schon in die Berge. Es war natürlich schon relativ spät am Nachmittag. Gaby entdeckte am Straßenrand eine "Rainforst -Station", von wo aus man mit einem Amphibienfahrzeug eine Tour in den Regenwald unternehmen konnte.

Wir gingen zum Office... und natürlich war es wieder mal zu spät!

Gaby sah sich genötigt in eine depressive Phase zu verfallen! Sie war furchtbar enttäuscht!

Nun, was mache ich jetzt um Sie wieder in bessere Laune zu versetzen? Wir fuhren wieder nach Cairns zurück und ich hielt direkt an der Strandpromenade an.

Bei einem Spaziergang dort konnten wir erstmals Pelikane sehen! Außerdem waren noch Reiher und Löffler zugegen. Gott sei Dank! Gabys Laune besserte sich sichtlich! Dann nach noch ein kleines Abendessen an der Promenade und die (Gabys) Welt war wieder in Ordnung.

In der folgenden Nacht schiefen wir ganz hervorragend bis uns am frühen Morgen die Papageien aufweckten. Kurz nach Sonnenaufgang schienen sich alle Papageien aus Cairns in den Baum über unserem Wohnmobil versammelt zu haben.

Unglaublich, welchen Lärm diese Vögel verursachen können! Man versteht fast sein eigenes Wort nicht mehr.

Mit meiner Videokamera wollte ich dieses Spektakel aufnehmen; sie lag auf den Fahrersitz und ich wollte sie schnell holen... der Schulterriemen blieb am Handbremshebel hängen;

Na ja, den Rest könnt Ihr Euch sicherlich leicht ausdenken... nichts ging mehr, nachdem die Kamera auf den Boden geknallt war!

Nun war ich stinkesauer und es war für Gaby sicherlich nicht leicht meinen schlecht gelaunten Zustand zu ertragen oder ihn gar zu verbessern.

Als wir am Vortag durch die Stadt gefahren waren, fiel mir ein Geschäft auf, das Reparaturen von Videokameras anbot.

Nichts wie hin, dachten wir uns und gaben unsere Kamera dort ab.

Anschließend fuhren wir nach Freshwater, der Talstation der Seilbahn. Pünktlich um 10:30 Uhr fuhren wir dann in einer eigenen Kabine los.

Der Regenwald

In bis zu 40m Höhe schwebten wir nun über das "Dach" des Regenwaldes. Ein einzigartiger optischer und auch akustischer Genuß! Unglaublich viele Geräusche wie quakende Frösche, das Zirpen der Grillen und das Geschrei der Papageien bekam man deutlich in der lautlos dahinschwebenden Gondel zu hören. Auf der Mittelstation machten wir eine kurze Pause.

Ein weiblicher Ranger empfing uns und führte uns ein Stück durch den Regenwald. Sie erzählte uns vom "Kampf um das Sonnenlicht", den jede Pflanze hier jeden Tag durchstehen muß. Die ältesten und größten Bäume sind bis zu 400 Jahre alt und ungefähr 40m hoch. Andere Pflanzen entwickeln erstaunliche Strategien um auch etwas vom Licht der Sonne ab zu bekommen. Es gibt zum Beispiel Palmen, die sozusagen an anderen Bäumen hinauf klettern, während sie sich durch die bis zu 100m langen Luftwurzeln ernähren können.

Das Klettern geht offensichtlich wesentlich schneller als das Wachsen vom Boden aus.

Farne zum Beispiel setzen sich in großer Höhe direkt an den Stämmen der alten Bäume fest und gedeihen dort ohne einen Krümel Erde.

Zugfahrt von Kurunda nach Freshwater

Gegen Mittag erreichten wir dann Kurunda, die Endstation der Seilbahn. In einem gemütlichen Restaurant aßen wir dann zu Mittag und warteten auf die Abfahrt unseres Zuges, der uns wieder zu Tal bringen sollte.

Ungefähr eine halbe Stunde vorher waren wir schon auf dem Bahnhof.

Eine Augenweide!

Am Bahnsteig waren Palmen, Blumenkübel mit üppigen Pflanzen, alte schmiedeeiserne Gitter und das Holz, aus dem das Bahnhofs Gebäude besteht, war frisch und farbenfroh gestrichen.

Herr Mehdorn, der Chef der Deutschen Bahn AG sollte sich das auch einmal anschauen!

Unser Zug stand schon die ganze Zeit bereit. Er bestand aus einer Diesel-Lokomotive, die im Vergleich zu den Wagen geradezu modern war.

Die Wagen selbst stammten aus dem Jahr 1934 und hatten einen Holzaufbau. Ein herrlich nostalgisches Gefühl überkam uns, als sich das ganze Gefährt knarrend und rumpelnd in Bewegung setzte.

Auch die Strecke selbst ist eine gewagte Ingenieursleistung. Am Rande des Berges entlang, stets mit der linken Seite der tiefen Schlucht zugetan, wand sich der Schienenstrang teilweise mit erheblichem Gefälle dem Ziel entgegen.

Dabei wurden auch Seitentäler mit atemberaubenden aus Stahl genieteten Viadukten überbrückt.

Gegen 15:30 Uhr erreichten wir den Bahnhof in Freshwater und von dort aus brachte uns ein Bus wieder zu unserem Wohnmobil.

Jetzt aber nichts wie nach Cairns zurück, damit wir noch rechtzeitig vor Ladenschluß zu unserer Videokamera kommen.

Geschafft! Trotz Berufsverkehr!

Voller Spannung betreten wir den Laden. Die Frau des Besitzers kommt aber schon mit betrübtem Gesicht auf uns zu; wir ahnen schon was sie uns sagen wird.

Auf deutsch und mit schwäbischem Akzent erzählte sie uns das Unvermeidliche. Nichts zu machen! In diesem Moment war ich einer Depression nahe. Den ganzen Abend ärgerte ich mich noch über meine Ungeschicklichkeit. im übrigen hatte die Schadensfeststellung auch noch $ 55,- gekostet.

Auch schon egal!

Südwärts Richtung Brisbane

Vor lauter Zorn bin ich dann noch bis zum Einbruch der Dunkelheit über 250km weit nach Süden gefahren - bis Ingham.

Gaby ließ mich gewähren...

Bevor wir uns einen Campingplatz suchten, überfiel uns zunächst einmal der Hunger. Wir suchten uns eine Pizzeria und bestellten welche zum Mitnehmen. Gleich nebenan war ein Bottelshop, wo wir uns für die nächsten Tage mit Bier und Wein eindeckten. Am Campingplatz aßen wir dann bei Rotwein unsere Pizza; sie war echt ganz hervorragend!

Am nächsten Tag stellten wir dann schließlich fest warum das so war. Über 60 Prozent der Einwohner von Ingham sind italienischer Abstammung!

In der Rezeption des Campingplatzes fand ich einen kleinen Prospekt mit den Naturschönheiten der Gegend. Ich las auch etwas über einen Wasserfall, der ungefähr 30km westlich von Ingham liegen soll.

Gaby und ich beschlossen also ganz früh am Morgen dort hin zu fahren.

Bei Sonnenaufgang fuhren wir los. Zunächst war die Straße noch asphaltiert, ging aber bald in einen mehr oder weniger guten Feldweg über.

Wir fuhren an großen Weiden vorbei, auf denen sich merkwürdig aussehende Rinder mit Schlappohren und viel zu viel Fell am Hals befanden. Die sahen richtig putzig aus!

Nicht weit davon entdeckten wir einige Känguruhs, die, durch uns erschreckt, mit weiten Sprüngen in den Wald flüchteten.

Auf einer Telegrafenleitung saß ein Kokabura, ein gedrungener Vogel, dessen Hauptnahrung Schlangen und sonstiges Kleingetier ist.Er wird auch "lachender Hans"genannt, wegen seiner dem menschlichen Lachen ähnlichen Stimme. Einige Kilometer weiter sonnte sich eine 1m lange Echse mitten auf der Straße.

In einem Waldstück kurz vor dem Wasserfall konnten wir sogar einen Kasuar sehen, ein wirklich seltener Vogel! (unserer Familie ist er aus dem "Tierspiel" bekannt).

Schließlich erreichten wir nach erlebnisreicher Fahrt den Wasserfall.

Über eine 300m schroff abfallende Felswand stürzte sich das Wasser im freien Fall zu Tal. Die Sonne strahlte so auf die Gischt, das ein prächtiger Regenbogen entstand.

Getrübt wurde der Eindruck bloß durch ein großes Geschwader riesiger Fliegen, die sich unmittelbar nach dem Aussteigen aus dem Auto auf uns gestürzt hatten und bis zum Einsteigen nicht mehr von uns abließen.

Wir fuhren zurück nach Ingham und dort noch für die Weiterfahrt zu tanken.

Ein wahnsinnig netter Tankwart füllte den Diesel ein, während er sich ausgiebig über unsere Reise erkundigte. Mehr als eine halbe Stunde sprachen wir miteinander. Ein Kakadu gesellte sich zu uns, es stellte sich heraus daß der zahm war und schon seit 21 Jahren bei der Tankstelle wohnte.

Der nette Tankwart hob ihn auf und setzte ihn auf meine Schulter.

Allgemeine Begeisterung!

Es wurden natürlich sofort Photos gemacht. Er wünschte uns zum Abschluß noch eine gute Reise und winkte uns noch nach.

Gaby löste mich angenehmer Weise einmal wieder beim Autofahren ab.

Unser heutiges Ziel war Townsville.

Townsville ist eine mittelgroße Hafenstadt am Pazifik mit einer vorgelagerten Insel namens Magnetic Island.

Unser Auto ließen wir auf dem Festland zurück und fuhren mit einer kleinen Fähre die 20min hinüber auf die Insel. Ein echtes Ferienparadies tat sich dort auf. Weiße Strände, gemütliche Cafés und natürlich allerhand Hotels.

Für die wassersportfreudigen Australier gab es 1000 Angebote vom Tauchen über Segeln bis zum Jetskifahren war alles geboten.

Ins Wasser gehen war allerdings trotzdem gefährlich, weil zur dieser Zeit massenhaft Quallen zugegen waren.

Gaby und ich sind ja nun nicht die geborenen Wasserratten, weshalb wir uns dann damit begnügten das Treiben am Strand und im Wasser von einem Café aus und später unter einer Palme sitzend zu beobachten.

Auch das war außerordentlich entspannend.

Mit der Abenddämmerung fuhren wir mit unserer kleinen Fähre wieder zurück zum Festland. Die übliche Prozedur, Einkaufen-Campingplatz suchen- Abendessen machen lief wie die meisten Tage in diesen Urlaub ab.

Unser Platz war nahe dem Bilabong-Park, den wir am nächsten Tag besichtigen wollten. Ein Grund dafür war, daß in diesem Tierpark Wombats zu sehen sein sollten. Einen hatten wir ja bereits-wenn auch schlafend-im Zoo von Melbourne gesehen.

Gleich nach dem Eingang zog mich Gaby zu deren Gehege hin. Um 10:00 Uhr sollte dort ein Vortrag über diese Tiere gehalten werden, wir kamen gerade noch rechtzeitig . Es war doch sehr interessant, insbesondere weil sich diese putzigen Tiere riesige Erdhöhlen graben (2m lang, 1 m hoch) und dazu noch viele Gänge.

Aus diesem Grund gehören sie nicht unbedingt zu den Freunden der Landwirte.

Körpereigene Waffen hat der Wombat nicht. Als Defensivwaffe kann er nur eine kräftig gepanzerte Rückenplatte einsetzen, mit der er kurzerhand seinen Bau gegen eventuelle Angreifer wie Dingos, verschließen kann.

Nach der Vorstellung setzte mir die freundliche Rangerin (?! wie nennt man weibliche Rangers?) Angelika, so hieß der Wombat, auf den Schoß.

Gaby war absolut begeistert und es klickte, wie so oft in diesen Urlaub, der Auslöser ihres Fotoapparates.

Neben den Wombats gab es natürlich noch eine ganze Menge einheimische Tiere zu sehen.

Emus stolzierten mit ihren Jungen frei auf den Wegen umher und bettelten die Besucher um ein paar Körner an, die sie am Eingang zur Fütterung der Tiere erhalten hatten.

Einen Moment lang paßte ich nicht auf und schon hatte ein Emu seinen ganzen Kopf in meiner Futtertüte. Es gab aber auch noch Helmkasuare, eine Vielzahl von Papageien, Adler, Krokodile und Schlangen zu sehen.

Gegen 11:30 Uhr setzten wir dann unsere Reise nach Süden fort.

Jetzt mußten wir doch mal ein größeres Stück fahren, da und sonst die Zeit davon läuft.

Auf dem 420km langen Weg nach Mackay wechselten wir uns mit dem Fahren ab. An diesem Tag herrschte große Hitze und es war ziemlich anstrengend. Zirka 20km südlich von Mackay fuhren wir dann wieder Richtung Meer und fanden einen wunderschönen Campingplatz direkt am Strand.

Während des Sonnenunterganges grillten wir uns ein paar Steaks mit Zwiebeln und verzehrten selbige in dieser romantischen Umgebung.

Nach dem Frühstück war dann erst mal Wagenpflege angesagt.

Großputz im Inneren, reinigen der Toilette, Wasser auffüllen u.s.w.

Eine Entenfamilie und ein doch recht zutraulicher Ibis beobachteten interessiert unsere Aktivitäten und wurden dafür natürlich mit kleinen Brotbrocken fürstlich entlohnt.

Anschließend ging es wieder auf dem Bruce Highway weiter nach Rockhampton. Die "Rinderhauptstadt" Australiens, wie Rockhampton auch genannt wird, ist eigentlich nicht so besonders sehenswert.

Wir machten trotzdem einen kleinen Stadtbummel und entdeckten dabei einem scheußlich schönen riesigen Christbaum vollständig aus Kunststoff.

Andere Länder andere Sitten...!

Gaby fand in einem Modellbaugeschäft einen wunderhübschen chromblitzenden Truck mit langer Schnauze, den Sie mir für meinen bevorstehenden Geburtstag kaufte. Sie hatte offensichtlich meine Begeisterung bemerkt, wenn ich einem solchen Roadtrain im Original an Roadhouses öfters genau in Augenschein nahm.

Die Zeit drängte uns dazu noch ein paar 100km nach Süden zurück zu legen.

Eigentlich wollten wir am Meer entlang fahren, der Versuch endete aber kläglich in einer Sackgasse. Knapp 100km für die Katz ! Für australische Verhältnisse sind jedoch 100 Kilometer kaum der Rede wert.

Also dann doch wieder zurück zu unserem Bruce Highway.

Jetzt merkten wir auch, daß die Besiedlung deutlich dichter wurde als bisher. Wir fuhren Richtung Gladstone, nicht ahnend daß dies eine der größten Industriestädte von Queensland war.

Dort kamen wir bei Einbruch der Dunkelheit an und mußten mit dem Campingplatz vorliebnehmen den wir vorfanden.

Es war zweifellos einer der ordentlichsten Plätze, die wir je hatten!

Aber es war auch der mit den meisten Stechmücken! Gaby kann besonders ein Lied davon singen, sie wurde selbst durch T-Shirt und Jeans gestochen.

Wir hatten zu tun möglichst wenig dieser Plagegeister ins Auto zu lassen. Uns blieb somit nichts anderes übrig, als sehr früh schlafen zu gehen.

Am nächsten Morgen starteten wir wegen des Mückendesasters ziemlich früh und ohne Frühstück.

Nun sahen wir erst die Ausmaße dieser Industriestadt.

Ein riesiges Kraftwerk mit 1680MW, daneben eine Aluminiumhütte und Braunkohle Abbau soweit das Auge reicht.

Ähnlich sah (oder sieht?) es in der Ex-DDR in der Gegend von Senftenberg/Hoyerswerda aus.

Wirklich keine Gegend um Urlaub zu machen! Andererseits kann man fragen, welche Europäer dieses Gebiet von Australien wohl schon mal gesehen hat...

Zurück auf dem Highway knurrte uns schon bald der Magen! Wie gerufen taucht vor uns ein kleines Roadhouse auf.

Es war Sonntag und trotzdem standen zwei Roadtrains vor der Tür. Das heißt ungefähr so viel wie "hier kocht Mutter selbst "! Also auch für uns genau das Richtige.

Wir gingen hinein, der Raum war übersät mit allerhand Nippes und Tand, und setzten uns.

Hinter dem Tresen kam "Mutter" -sie sah aus wie aus dem Bilderbuch- hervor .Sie fragte uns nach unseren Wünschen." A nice australian Breakfast" sagte Gaby."Mutter" lächelte und sagte nur "of course".

Danach verschwand sie wieder hinter dem Tresen und kurze Zeit später hörten wir brutzelnde Geräusche aus der Küche und der Duft gebratenen Specks zog um unsere Nasen.

Während der Wartezeit gingen wir durch eine Türe in den Nachbarraum. Hier befand sich ein sogenannter "General Store", also ein Laden in dem es alles zu kaufen gibt was man so braucht.

Vom Computer bis zur Mausefalle ist hier alles auf engsten Raum gelagert.

Eine riesige buntgemusterte Katze mit buschiggem Schwanz strich zwischen den Warengängen umher. Sie kam sofort auf uns zu, um die neue Kundschaft zu begutachten und sich ihre Streicheleinheiten abzuholen.

An der Kasse saß ein freundlicher älterer Herr, vermutlich der Ehemann unserer Wirtin.

Selbstverständlich begann schnell ein Gespräch.

Er erzählte uns, daß er die Katze vor fünf Jahren mitten im Busch gefunden hat. Sie sei nahezu verhungert gewesen und seine Frau und er hätten sie wieder hochgepäppelt. Seit dem sah die Katze offensichtlich keine Veranlassung mehr diese heimelige Stätte zu verlassen. Aus ihrem jetzigen Volumen könnte man locker drei Katzen machen!

Aber...was solls!

Natürlich fragt er auch nach dem wohin und woher, wie sich das eben in Australien gehört.

Inzwischen rief unsere Wirtin nach uns.

Wir gingen wieder hinüber und sie kam strahlend mit zwei immensen Tellern voller duftendem Speck, Spiegeleiern, gebratenen Champions und Toast an unseren Tisch.

Sie stellte die Teller vor uns hin, stützte die Hände in die Seiten und beobachtete uns eine Weile genüßlich beim Essen.

Nachdem sie festgestellt hatte, daß es uns schmeckt, ging sie wieder zum Tresen und brachte uns noch zwei große Tassen Kaffee und Orangensaft.

Nach der Hälfte wären wir eigentlich schon satt gewesen, aber irgendwie war es dann doch so wie zu Hause: gegessen wird alles,was auf den Tisch kommt!

Das taten wir dann auch, es war ja Spitzenklasse!

Nach einer guten halben Stunde hatten wir es dann geschafft, oder besser gesagt das Frühstück hatte uns geschafft!

Mit ihrem Lächeln auf den Lippen kam die Wirtin und fragte uns ironisch, ob wir denn wohl satt geworden seien...

Wohlig zurückgelehnt hatten wir sozusagen auf Kiemenatmung umgeschaltet und fühlten uns zu keiner Bewegung mehr fähig, unser Anblick scheint dann doch Antwort genug gewesen zu sein!

Wir zahlten und sie wünschte uns noch einen tollen Urlaub und bedankte sich für unseren Besuch.

Leider mußten wir heute immer noch einige Kilometer fahren. Die gesamte Strecke war doch länger, als wir erwartet hatten.

Draußen regnete es wieder. Wir schleppten uns im wahrsten Sinne des Wortes zu unserem Auto und starteten Richtung Brisbane.

Wir fuhren durch waldreiche Gebiete und große Zuckerrohrplantagen.

Bundaberg ist der nächste größere Ort auf unserer Reise. Hier wird viel Zuckerrohr verarbeitet und infolgedessen gibt es natürlich auch eine ganze Menge Rumdestillen. Das wollten wir uns eigentlich einmal anschauen.

Als wir so über die kerzengerade Landstraße fuhren, entdeckte Gaby ein Hinweisschild an der Straße: OLD TOWN OF 1770 stand darauf zu lesen. Sie meinte, die gerade Straße sei auf die Dauer doch recht langweilig und wir sollten einmal abbiegen.

Das hätten wir mal besser nicht tun sollen, aber dazu gleich mehr!

Zunächst war auch die Straße recht gut und Gaby übernahm kurzzeitig wieder das Steuer.

Der Regen, der zwischenzeitlich ausgesetzt hatte, nahm wieder zu. Nach ca. 20km-wir dachten, jetzt müsse der Ort doch endlich kommen- kam ersatzweise ein Schild "Gravle-Road".

Es war die reinste Wellblechpiste mit tiefen Schlaglöchern. Verstärkt wurde alles noch durch den zunehmenden Regen. Uns schüttelte es gewaltig durch, wegen der Nässe und der Kurven konnten wir nicht schneller fahren, wie man das üblicherweise auf Wellblechpisten macht.

Endlich kam ein Schild in Sicht: noch 40km . Ich wußte nicht recht was ich jetzt tun sollte. Wieder zurück? Nochmal die Strapaze mit der Wellblechpiste? oder lieber weiterfahren, in der Hoffnung eine etwas komfortablere Strecke nach Bundaberg zu finden.

Auf der Karte war eine eingezeichnet, allerdings in derselben Farbe wie die, die wir gerade gefahren sind. Wir entschlossen uns weiter zu fahren. Schlimmer konnte es einfach nicht kommen!

Wir erreichten eine Kreuzung: rechts Bundaberg 50km, geradeaus unser historischer Ort 30km.

Gaby und ich blickten uns an. Ohne ein Wort zu sagen setzte ich den Blinker und bog rechts ab.

Gott sei Dank sind wir nicht wieder zurückgefahren. Die Strasse war erheblich besser als die Wellblechpiste!

Am heutigen Tage verfolgt uns allerdings das schlechte Wetter! Der Himmel ist tief wolkenverhangen und läßt keinen Schimmer Hoffnung zu, daß es besser wird.

Nachdem wir mit dieser Aktion eine ganze Menge Zeit vertrödelt hatten, reduzierte sich unser Besuch in Bundaberg auf einen kleinen Espresso in einem Café in der Nähe des örtlichen Rathauses.

Wir wollten heute unbedingt noch bis Brisbane kommen .

Auf dem Highway fuhr dann Gaby wieder. Der Regen wurde immer stärker und es war dunkel wie am Abend.

Nach 100km war die Straße wegen eines Unfalles gesperrt und es wurde ausgeleitet. Wir mußten mitten durch ein kleines hügeliges Dorf fahren. Gaby war einem Nervenzusammenbruch nahe!

An einem steilen Berg würgte sie auch noch den Motor ab. Letztlich meisterte sie die Situation aber dann doch noch.

Als sie dann kurze Zeit später in den Rückspiegel sah, sah sie nur noch die riesige Schnauze eines Roadtrains ,der in ungefähr 2m Abstand hinter uns her fuhr.

Das war dann doch zuviel!

Sie hielt an und wir wechselten die Plätze. Langsam näherte sich Brisbane.

Der Himmel war mittlerweile schwarz wie die Nacht. Ein heftiger Sturm peitschte die Wasserfontänen gegen unser Auto. Zu sehen war so gut wie gar nichts mehr! Im Radio gab es eine "Thunderstormwarning" für das Gebiet von Brisbane.

Man empfahl uns das Auto in eine Garage zu stellen und sich selbst im Haus in Sicherheit zu bringen.

Wunderbarer Aussichten!

Am Rande von Brisbane fanden wir dann schließlich einen Caravan-Park, wo wir dann auch übernachten wollten.

Sturm und Regen nahmen immer mehr zu. Vom Auto in die Rezeption waren es etwa 3m. Das reichte um triefnaß zu sein.

Im Inneren des Gebäudes verstand man fast sein eigenes Wort nicht mehr, weil der Regen lärmend aufs Dach prasselte.

Die nette Dame wies uns einen Platz zu und in einem Moment der Regenpause rannten wir wieder in unser Auto und fuhren dort hin.

Alles stand natürlich unter Wasser. Wir bauten unsere Betten zur Sitzgelegenheit um, weil heute wohl kaum noch damit gerechnet werden konnte, daß wir den Abend im Freien verbringen.

Hoffentlich hört das bald auf, dachten wir uns!

Petrus hat uns offensichtlich erhört, denn am nächsten Tag strahlte die Sonne von einem makellosen Himmel.

Um 9:00 Uhr fuhren wir dann los Richtung Innenstadt. Es herrschte furchtbar viel Verkehr, den wir ja eigentlich gar nicht mehr gewöhnt waren. Nach einer Stunde ungefähr hatten wir die 20km vom Campingplatz in die Stadt geschafft. In einer Seitenstraße ließen wir unser Wohnmobil dann einfach stehen.

Am Regierungsgebäude vorbei durchquerten wir erst einmal die Fußgängerzone. In einem netten Café tranken wir einen Capuccino und beobachteten das hektische Treiben der Großstadt.

Ein Stückchen weiter kamen wir dann zum Brisbane River, auf dem Linienfähren wie bei uns Busse verkehren.

Eine davon nahmen wir und setzten zum anderen Ufer über.

"South Bank", so heißt dieses Ufer, ist ein Überbleibsel der Exportausstellung von 1988. Dort gab es einen herrlichen Park mit vielen bunten Pflanzen und Bäumen, dazwischen kleine Cafés .

Allerhand Sportmöglichkeiten wurden auch angeboten. Der Menge von Leuten nach zu urteilen, erfreut sich dieser Park großer Beliebtheit.

Auf der Terrasse eines Restaurants direkt am Flußufer nahmen wir unser Mittagessen ein. In einem Baum konnten wir zwei Ibisse beim Nestbau beobachten.

Als wir zu unserem Auto zurück kehrten, sah ich schon aus der Ferne das da etwas an der Windschutzscheibe flatterte, was da nicht hin gehört! Dieses Etwas entpuppte sich als ein Strafzettel und kostete uns satte 50$! Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn mal alles ohne Probleme geklappt hätte.

Was solls!

Am späteren Nachmittag machten wir uns dann wieder auf den Weg. Die sogenannte "Gold Coast" südlich von Brisbane war unser Ziel.

Der Verkehr war nach wie vor sehr dicht und wir näherten uns nur langsam der Küste.

Schon als wir das Meer sahen, überkam uns ein merkwürdiges Gefühl. Am Strand gab es plötzlich riesige Hotelburgen, Einkaufszentren, Vergnügungsparks und all die Dinge, von denen der Tourismus so lebt.

Wir fuhren zirka 50 km dort entlang, aber an unserer Umgebung änderte sich nichts.

Als einzige Fluchtmöglichkeit boten sich die Berge an, die man auf der rechten Seite im leichtem Dunst erkennen konnte. Bei der nächsten Gelegenheit bogen wir also ab.

Murwillumba - ein echter Zungenbrecher, oder- hatten wir uns zum Tagesziel genommen. Obwohl die Gegend sehr schön war, gab es relativ wenig Campingplätze.

Wir fragten eine Frau an der Straße, ob sie etwas wisse. Wortreich schicke Sie uns noch weiter in Richtung der Berge.

Die Straßen wurden immer kleiner und schließlich so eng, daß nur noch ein Auto darauf paßte.

Wir zweifelten an der Richtigkeit der Aussage, aber plötzlich sahen wir einen Hinweisschild zu einem Caravan-Park!

Nichts wie hin! Diese Exkursion hatte sich wirklich gelohnt! Mitten im Wald fanden wir den Platz unter alten, großen Bäumen.

Das Office hatte bereits geschlossen, nur zwei dicke Enten watschelten des Weges.

Wir mußten den Besitzer dann erst aus seinem Haus holen. Er zeigte uns einen schönen Platz, danach gingen wir in sein Büro.

In einer Ecke stand ein großer Käfig mit einem Kakadu darin. Er sah wirklich eigentlich ganz gut aus, der Besitzer sagte uns aber dann, daß er blind sei.

Am meisten erstaunte uns jedoch, als er erzählte daß er das älteste Mitglied seiner Familie sei. 105 Jahre sei er alt und schon in der dritten Generation hier. Er meinte, Kakadus könnten bis 150 Jahre alt werden!

Am Barbeque des Platzes grillte ich später dann unsere Schnitzel.

Ungefähr 2m von mir entfernt nahm ein Kokabura Platz und beobachtete interessiert, was ich denn da wohl so mache.

Zur Belohnung erhielt er natürlich ein kleines Stück von unseren Schnitzeln, das er mit Genuß verzehrte.

Nach dem Essen, die Sonne war schon fast untergegangen, begann rund um uns herum ein zunächst leises Zirpen. Es wurde immer lauter, je weiter die Sonne am Horizont verschwand.

Bei Einbruch der Dunkelheit war es dann schließlich so laut, daß man fast sein eigenes Wort nicht mehr verstand. Unser Platznachbar erklärte uns, daß das Geräusch von den Zirkaden herrührt. Eine solche Geräuschkulisse hatten Gaby und ich noch nie erlebt! Nach ungefähr einer halben Stunde war alles wieder ruhig.

Ach ja, wir haben wieder mal eine Zeitzone überschritten und es ist 1 Stunde später als unsere Uhren anzeigten.

Am nächsten Morgen war Gaby schon früh aufgestanden und hatte den Frühstücktisch gedeckt.

Zwei Gläser Sekt waren eingeschenkt und auf meinem Platz stand der Truck, den sie in Rockhampton gekauft hatte.

Im ersten Moment hatte ich gar nicht daran gedacht, daß ich heute Geburtstag hatte.

Es kommt weiß Gott relativ selten vor, daß ich an meinem Geburtstag bei angenehmen 20 Grad im Freien frühstücken kann! Auch der Kokobura von gestern abend gesellte sich wieder zu uns. Natürlich bekam auch er, aus festlichen Anlaß, ein paar Stücke von unserem köstlichen Schinken.

Gegen 11:00 Uhr brachen wir dann schließlich zur Weiterfahrt auf. Durch eine traumhafte Berglandschaft mit vielen Serpentinen fuhren wir weiter hinauf in das Gebirge.

Das Wetter war ausgezeichnet und man hatte einen vorzüglichen Blick Richtung Pazifik. Es war auf jeden Fall eindeutig eine richtige Entscheidung, den Weg durch die Berge zu wählen anstatt der Goldküste.

Auf einen weiten Hochplateau fuhren wir dann auf dem "New England Highway" bis Armindale. Die ganze Landschaft wurde inzwischen auch wesentlich lieblicher. Es gab richtig saftig-grüne Weiden mit wohlgenährten Rindern darauf und auch die Wälder sahen nicht mehr so ausgetrocknet aus.

Zur Feier des Tages gingen wir, nachdem wir einen schönen Caravan-Park gefunden hatten, zum Essen.

In der Nacht war es sehr kalt geworden, wodurch wir aufwachten. Ich stand auf, blickte aufs Thermometer, und mußte feststellen das ist nur noch drei Grad war! Erstmals in diesen Urlaub mußten wir unsere Standheizung einschalten.

Bevor wir wieder weiter fuhren, fragte ich den Besitzer des Platzes, wie hoch diese den liegt. Über 1.100m, sagte er mir. Es sei der zweithöchste Campingplatz in Australien! Das hatten wir nun wirklich nicht vermutet!

Jetzt, wo die Sonne scheint, wird es sehr schnell warm. Auch in diesen Gebiet gab es eine Menge zauberhafte Schluchten und Wasserfälle.

Wir fuhren dann zum Wollomombi-Wasserfall, dem höchsten Australiens mit über 400m.

Dort trafen wir dann ein älteres deutsches Ehepaar, das schon seit über 30 Jahren in Brisbane lebt und unterhielten uns natürlich eine ganze Weile.

Der Wasserfall selbst hatte, aufgrund der längeren Trockenheit, relativ wenig Wasser.

Anschließend fuhren wir zurück nach Armindale und machten noch einen Bummel durch die Stadt.

"Very british" sagte Gaby, und beschrieb damit sehr treffend die Architektur.

Der Name des Landstriches ist insgesamt sehr zutreffend: "New England". Wenn man nicht wüßte das man in Australien ist, könnte man sich in England glauben.

Nach einem Imbiß fuhren wir weiter nach Musselwellbrook.

Keine besonderen Vorkommnisse.

Auf einem kleinen Campingplatz übernachteten wir, um dann am nächsten Tag einen neuen Versuch zu machen, an die Küste zu fahren.

Newcastle war dann dort die erste Stadt die wir besuchten. Leider ein Flop!

Mit unserem Wohnmobil fanden wir nirgendwo einen Parkplatz; wir waren natürlich auch etwas vorsichtiger, wegen der "Erfahrungen" in Brisbane!

Weiter ging es also dann nach The Entrance, wo eine große Pelikankolonie lebt. Eine gute Entscheidung, wie sich dort herausstellte!

Das Wetter war zwar nicht allzu toll, aber es regnete nicht.

Von der Uferpromenade aus konnte man die Pelikane beim Fischen beobachten. Es waren wirklich unglaublich viele da.

Einer von den riesigen Vögeln hat sogar auf einer Straßenlaterne Platz genommen und kämpfte gegen den heftigen Wind.

Lustig anzusehen!

Möwen, Kormorane und Reiher gab es auch noch. Gaby war natürlich ganz verzückt! Ich selbst hatte großen Spaß dabei die Möwen zu füttern. Es fasziniert mich immer wieder, welche hervorragende Flugkünstler diese Tiere sind und welch scharfe Augen sie haben.

Sie sehen sogar, wenn man in 150m Entfernung eine Scheibe Brot in die Luft hält. Sofort kommt eine größere Schar angeflogen.

Einfach faszinierend!

Bei einem Gespräch mit einem älteren deutschen Ehepaar, das wir an der Uferpromenade trafen, stellte sich heraus, daß das Wetter hier im Süden während unserer gesamten Zeit sehr schlecht gewesen sein muß.

Sie erzählten uns von Frost und Hagel und sonstigen unschönen Wetterkapriolen.

So gesehen hatten wir ja bisher richtiges Glück!

In südlicher Richtung fuhren wir dann schließlich weiter in die Nähe von Gosford, um das dortige Freilichtmuseum zu besichtigen.

Leider gab es dort nicht einen einzigen Campingplatz! Offensichtlich werden hier die Grundstücke schon teuer, zirka 80km vor Sydney.

Also dann doch wieder zurück nach The Entrance.

Abends begann es dann noch zu regnen.

Der neue Tag begrüßte uns allerdings dann mit wunderschönen Sonnenschein.

Ein neuer Anlauf nach Gosford wurde unternommen. Wir besuchten das Freilichtmuseum, das in unseren Reiseführer so gelobt wurde.

Hier ist die Geschichte der ersten Einwanderer aus England am nachgebauten Originalschauplätzen dargestellt, ähnlich unserem Bauernmuseum in Bad Windsheim.

Handwerker, wie Schmiede, Zimmermänner aber auch Bauern zeigen in Originalkostümen ihre Tätigkeiten. Auf Tafeln und Broschüren wurde das Leben der damaligen Gefangenen dargestellt. Es war wirklich alles sehr liebevoll und schön gemacht.

Leider verdunkelte sich der Himmel ganz plötzlich und es brach ein Gewitter los, fast so wie in Brisbane!

Es hatte keinen Sinn auf besseres Wetter zu warten, somit brachen wir unseren Besuch ab, um weiter Richtung Sydney zu fahren.

Schade!

Bedauerlicherweise verfolgte uns das Wetter noch bis Sydney. Bei der Suche nach dem dortigen Caravan-Park haben wir uns erst mal gewaltig verfahren! Mehr oder weniger eine Stadtrundfahrt mit unserem "Kleinwagen"! Das Ganze natürlich auf der ungewohnten linken Straßenseite; alles in allem, es war recht anstrengend!

Schließlich fanden wir ihn doch. Ein wirklich sehr gepflegter Platz bot sich uns. Wir haben dann für zwei Tage dort eingecheckt und uns häuslich niedergelassen.

Mittlerweile war es 4:00 Uhr nachmittags geworden und wir beschlossen mit den Zug noch einmal in die Innenstadt zu fahren.

Eine dreiviertel Stunde mit der Bahn, und wir waren mitten im Großstadttroubel.

Die vielen Menschen, das Geschiebe und Gedrängel auf dem Citybahnhof befremdete uns natürlich zunächst einmal, die wir ja jetzt drei Wochen ziemliche Einsamkeit gewohnt waren.

Im Victoria-Building, einem altehrwürdigen noch von Queen Victoria eingeweihten Gebäude, aßen wir zu Abend. Heute sind in diesem Gebäude ungefähr 200 Läden und diverse Restaurants. Es ist wirklich toll restauriert worden und gilt vielerorts als das schönste Einkaufszentrum der Welt. Wir können uns dieser Meinung nur anschließen!

Nach dem wir uns mit Informationen über Sydney und einem Stadtplan bewaffnet hatten, zogen wir wieder zum Bahnhof um zurück zu fahren. Es war gar nicht so einfach unseren Bahnsteig in den vier unterirdischen Geschossen des Bahnhofs zu finden.

Zu Hause angekommen gingen wir bald schlafen, um für den morgigen Tag richtig fit zu sein.

Leider regnete es immer noch!

Wie schon einmal, weckte uns auch am folgenden Tag sehr früh eine laute Papageienschar. Angenehmerweise schien die Sonne!

Als wir zum Duschen gingen, sahen wir, warum sie diesmal so viel

Lärm machten.

Auf einem Brett war eine lange Reihe Futter ausgestreut worden, die Papageien saßen rechts und links davon und speisten wie bei einer Festtafel , und "unterhielten" sich dabei sehr lautstark! Schön anzusehen, diese farbenprächtigen lustigen Vögel!

Nach dem Frühstück ging es also wieder zum Bahnhof. Diesmal fuhren wir gleich bis zum Circular Quai, dem Fährhafen Sydneys.

Von hier aus konnten wir erstmals die berühmte Harbour Bridge und das noch berühmtere Opernhaus von Sydney sehen.

Wir buchten uns eine 3 stündige Hafenrundfahrt inklusive Mittagessen. Vom Schiff aus kann man Sydney wirklich am allerbesten sehen! Das Wetter war ja toll und wir genossen diese Fahrt außerordentlich!

Die genietete Konstruktion der Hafenbrücke, die sich ohne Pfeiler über die ganze Bucht spannt, ist schon sehr beeindruckend, vor allem wenn man bedenkt daß sie schon über 70 Jahre alt ist. Geradezu ein Kontrast dazu ist die moderne Oper gleich daneben. Mit ihren Dächern, die wie aneinandergereihte Muscheln aus Stahlbeton aussehen ist sie zeitlos schön.

In der Bucht selbst gibt es wundervolle weiße Strände, hinter denen sich an einen sanft aufsteigenden Berg die Villen des wohlhabenderen Teils der Bevölkerung anschließen.

Im Moment ist man auch dabei die ehemaligen Docks und Lagerschuppen des alten Hafens stilvoll zu renovieren. Das Hafenviertel, "The Rocks", wird ebenfalls saniert.

Hierbei ergeben sich natürlich, wie weltweit, die gleichen Probleme. Wie in Hamburg oder Berlin gab und gibt es Hausbesetzungen, da der billige Wohnraum häufig luxussaniert wird.

Sydney ist eine Boomstadt mit all den Folgen, die sich daraus ergeben. Sie ist aber dennoch eine sehr liebenswerte und schöne Stadt. Wir könnten uns sofort vorstellen dort zu wohnen.

Am Nachmittag fuhren wir dann mit der Fähre zum Darling Harbour, um das weltberühmte Aquarium zu besuchen.

Wirklich alle Achtung!

Was uns dort erwartete übertraf alle Vorstellungen. Das Barrier Reef war teilweise in dem Wasserbecken nachgebaut worden, inklusive der bunten Korallen. Eine unwahrscheinliche Vielzahl von farbenfrohen Fischen der verschiedensten Größen wurden gezeigt.

In einem anderen Teil des Aquariums konnte man durch Plexiglasröhren sozusagen mitten durchs Wasser gehen und die unterschiedlichen Haie, Rochen und Wasserschildkröten Auge in Auge betrachten.

Wir haben einige Stunden dort zugebracht und waren am Ende völlig geschafft. Mittlerweile war es 18:00 Uhr geworden und wir fuhren mit der Fähre wieder zurück in die Innenstadt.

Gaby hatte auf dem Stadtplan das Hard Rock Café von Sydney gefunden. Meine Arbeitskollegin wollte unbedingt für ihren Sohn ein T-Shirt davon haben. Wir trabten also los und erreichten des Café nach einem Kilometer Fußmarsch.

Dort gönnten wir uns ein Bierchen, kauften das T-Shirt und machten uns auf den Weg zum Bahnhof. Nach kurzer Wartezeit brachte uns unser Vorortszug wieder zu unserem Campingplatz.

Todmüde von dem anstrengenden Tag schiefen wir bald ein.

Am Morgen wurden wir mal wieder durch Regentropfen auf unserem Dach geweckt. Kurz darauf goß dann wie aus Eimern.

Die Papageien, die trotz des schlechten Wetters gefüttert wurden, ließen sich nicht stören und fabrizierten genausoviel Lärm wie gestern.

Wir starteten zu unserer nächsten Etappe ohne zu Frühstücken.

Und heute gab es auch die erste leichte "Spannung" zwischen Gaby und mir. Gaby wollte unbedingt an der Küste weiterfahren, ich jedoch in die berühmten "Blue Mountains". Nun ja, nach langem Hin und her einigten wir uns auf einen Kompromiß. Wir wollten erst nach Canberra, der Hauptstadt Australiens, fahren und dann wieder in südöstlicher Richtung zum Pazifik.

Genau wie unsere Dickköpfigkeit verzogen sich auch die Regenwolken, je mehr wir uns der Hauptstadt näherten.

Gegen 17:00 Uhr trafen wir dort ein. Es war Sonntag und die Stadt war menschenleer. Unser Reiseführer hatte uns ähnliches vorausgesagt!

Canberra ist nämlich eine Stadt, die vollkommen künstlich geschaffen wurde. Kurz zur Geschichte:

1901 entließ die englische Krone Australien in die Selbständigkeit. Danach wurde der australische Staatenbund gegründet, bestehend aus den vier Terretories, die heute noch existieren.

1911 sollte dann Sydney oder Melbourne Hauptstadt Australiens werden. Die Rivalität zwischen diesen beiden Städten war so groß, daß man beschloß eine neue Stadt zwischen diesen beiden Städten zu gründen und diese zur Hauptstadt zu machen.

Aus dieser Idee heraus entstand Canberra. Ein kleines Gebiet um die Hauptstadt herum wurde zum eigenen Territorium erklärt. Deshalb hat jetzt die australische Flagge 5 Sterne, vier große und einen kleinen.

Die meisten Einwohner flüchten an Wochenenden in die belebteren Gebiete nach Melbourne oder Sydney,

Leider verschlechterte sich das Wetter wieder, am Abend wurde es kalt und stürmisch. Wir machen es uns in unserem Wohnmobil gemütlich, schrieben einige Ansichtskarten und tranken Wein.

Am Montag morgen machten wir noch einen kurzen Einkaufsbummel und fuhren dann wie besprochen Richtung Batemans Bay am Pazifik.

Es war ein sympathisches kleines Fischerdorf. Von unserem Lokal, wo wir Mittag aßen, konnte man wunderbar die Pelikane und die Möwen auf dem Meer beobachten.

Nachmittags fuhren wir auf einer abwechslungsreichen Straße weiter bis Narooma.

Gegen Abend suchten wir uns dann einen Platz am Meer.

Das Wetter war mal wieder sehr aprilartig!

Wie meistens bereitete ich unser Abendessen auf den Grillplatz des Caravan Parks. Heute wurde ich jedoch von bestimmt 30 Möwen und fünf Dohlen dabei genau beobachtet.

Wenn ein paar Brocken zu Boden fielen, gab es lautstarke Kämpfe zwischen den Vögeln. Man konnte genau die Rangordnung erkennen. Es wurde zweifellos mit harten Bandagen gekämpft! Merkwürdigerweise behielten die Dohlen stets die Oberhand.

Beim Frühstück am nächsten Morgen waren sie dann so frech, daß sie sogar bis ins Innere des Wohnmobiles kamen. Gaby fand das aber dann doch zuviel und verscheuchte sie .

Direkt an der Küste fuhren wir beim starkem Seewind auf einer malerischen Strecke nach Eden. Deren felsige Struktur bot uns ein wunderbares Schauspiel, wenn sich die hohen Wellen dort brachen.

Leider nahm der Regen, nach dem wir Eden passiert hatten, wieder zu. Auf einer gut ausgebauten Straße, die nun etwas durchs Landesinnere führte, fuhren wir einige Kilometer um Strecke zu bewältigen. Gleichzeitig hegten wir die Hoffnung, daß dabei das Wetter sich wieder bessern werde. Erstaunlicherweise tat es das!

Nach einer Weile führte uns die Straße wieder ans Meer, genau gesagt an den

"ninety-mile-beach", dem längsten zusammenhängenden Sandstrand Australiens. Leider war es immer noch sehr windig, so daß wir uns entschlossen doch einen Platz im Landesinneren für die Übernachtung zu suchen.

Das Bild eines Standes der bis zum Horizont reicht , noch dazu menschenleer ist und von den hohen Wellen des Meeres überspült wird, ist immer wieder beeindruckend!

In einer kleinen Stadt, Sales, übernachteten wir nun zum vorletzten Mal in unserem Wohnmobil.

Gaby hatte im Reiseführer von einer sehr schönen Insel, genannt Philipp-Island, gelesen.Sie schlug sehr eindringlich vor, am nächsten Tag dorthin zu fahren. Ich hatte nichts Besseres zu bieten, und so fuhren wir am nächsten Morgen die 150km zu dieser Insel.

Über eine 600m lange Brücke erreichten wir sie schließlich bei wirklich schönem Wetter.

Den letzten Tag, den wir unser Wohnmobil hatten, wollten wir richtig genießen. Mit einem Spaziergang, der uns über einem Steg durch Mangrovendickicht und eine Art australisches "Watt" führte, begannen wir.

Eine Menge kleiner Krebse, Schlangen und Frösche sowie viele Pflanzen konnten wir dabei beobachten. Anschließend fuhren wir zu den Nobbies, einer Felsformation im Westen der Insel. Eine Unzahl Möwen mit sehr vielen Jungen nistete hier und weiter unten am Meer gab es auch Robben.

Eine weitere Besonderheit dieser Insel sind die Pinguine, die morgens zum Fischen die Insel verlassen und in der Abenddämmerung wieder zurückkehren. Dieses Schauspiel ist allerdings touristisch sehr "aufgemotzt" und kostet irrsinnig viel Eintritt. Gaby und ich beschlossen deshalb diesen Nepp nicht mitzumachen.

Mittags aßen wir dann in Cowes, einer der wenigen kleinen Städte auf der zauberhaften Insel. Danach spazierten wir noch ein wenig am schönen Strand entlang und dösten noch ein bißchen in den bequemen Stühlen dort.

Eigentlich wollten wir noch ein Stück Richtung Melbourne fahren. Richtige Lust hatten wir aber eigentlich beide dazu nicht.

In San Remo, der letzten Stadt auf dem Festland, drehten wir wieder um und suchten uns einen wirklich schönen Caravan Park auf der Insel.

Direkt am Strand genossen wir noch einen herrlichen Sonnenuntergang bei angenehmer Wärme im Freien. Es war der vorletzte Tag unseres Urlaubs und uns grauste vor dem Novemberwetter in Deutschland, wo wir ja bald wieder hin müssen.

Nach dem Essen, kreiert aus den Resten unserer Vorräte, gönnten wir uns noch eine Flasche Wein und rekapitulieren die wirklich schönen Erlebnisse dieses Urlaubs. Ein bißchen Wehmut überkam uns da schon.

Morgens mußten wir dann unser Wohnmobil auf Vordermann bringen und, was viel schlimmer war, die gesamten Klamotten "flugzeugfähig" in die Taschen zu packen. Gott sei Dank war schönes Wetter und wir konnten alles rund um unser Auto ausbreiten.

Gegen 10:00 Uhr starteten wir dann zu unserer letzten Fahrt. Die 120km nach Melbourne waren schnell zurückgelegt. Wir fuhren erst einmal zum Flughafen

um unseren Flug zu bestätigen.

Zu allem Überfluß haben wir den Zettel verloren, auf dem der Weg zum Autovermieter beschrieben war. Gaby fragte kurz entschlossen einen Taxifahrer, der den Weg Gott sei Dank kannte.

Es waren immerhin noch ca. 30 km durch die Stadt. Gaby führte mich aber derartig gut, daß wir uns nur ein einziges mal verfahren haben! Mit Recht war sie sehr stolz darauf!

Wie in Australien üblich, gab es keinerlei Probleme bei der Rückgabe des Fahrzeuges. Immerhin sind wir rund 6.000km damit gefahren!

Ein Taxi brachte uns dann in die Innenstadt.

Seit Jahren gönnen wir uns am letzten Tag des Urlaubes traditionell ein wirklich gutes Hotel. Das Hyatts in Melbourne hatten wir dieses Mal gewählt.

Das Taxi fuhr vor, ein livrierter Herr öffnete den Schlag und ließ uns aussteigen. Das Gepäck wurde ausgeladen und wir wurden von einem weiteren Herrn in Livrée begrüßt.

Er überreichte Gaby eine langstielige gelbe Rose. Sie war ganz verzückt! Dann wies er uns den Weg zur Rezeption wo wir schon freundlich erwartet wurden. Ganz schnell erhielten wir unseren Zimmerschlüssel und gingen erst mal dort hin um uns ein wenig auszuruhen .

Vom 17. Stock aus hatten wir eine herrliche Aussicht und, was ich persönlich noch schöner fand, eine Badewanne! Ein wahrer Genuß, nach vier Wochen nur duschen!

Für den Abend holten wir unseren "feinen Zwirn" aus der Tasche, gingen hinunter und gingen in einem der vielen Restaurants des Hotels zum Essen.

Ein herrliches Menü wurde uns kredenzt. Zum Hauptgang nahm Gaby einen Red Snapper aus der Tasman-See, ich Lammfilet, um zum Abschluß nochmal etwas echt australisches zu essen.

Wir machten noch einen kleinen Spaziergang und setzten uns auf eine Bank um diesen letzten warmen Abend richtig zu genießen.

Um 17:20 Uhr sollte unser Flugzeug am nächsten Tag abheben. Wir hatten also noch genug Zeit noch einmal in die Stadt zu gehen und ein paar Mitbringsel zu besorgen. Beim Umherschlendern entdeckten wir den "Victoria-Market". Es ist ein riesiger überdachter Platz, an dem man alles kaufen kann was das Herz begehrt. Frischer Fisch, Fleisch, Obst Gemüse und ein Stück weiter Kleidung Schuhe und Gott weiß was... wahnsinnig viele Menschen waren dort und es wurde gefeilscht und gehandelt. Ein echtes Erlebnis!

Gegen 14:00 Uhr starteten wir dann mit dem Taxi zum Flughafen. Wegen der Ereignisse am 11. September dauerte natürlich das einchecken gut zweieinhalb Stunden. Das war zwar sehr lang, aber wir mußten damit rechnen.

Im Flugzeug hatten wir, Gott sei Dank, einen recht angenehmen Platz an den Notausgängen, so daß wir unsere Beine gut ausstrecken konnten. Ein großer Vorteil für die ersten acht Stunden Flug dieses Tages.

Wir hoben planmäßig ab und wir versuchten uns bis Singapur einigermaßen wach zu halten und für den zweiten, 13 stündigen Teil des Fluges richtig müde zu sein.

Nach zweistündiger Pause in Singapur stiegen wir in das Flugzeug nach Frankfurt. Leider weniger Glück! Ein Platz mittendrin wurde uns zugewiesen. Außerdem war das Flugzeug wirklich bis zum letzten Platz ausgebucht. Dieser Flug war dann doch eine ganz schöne Strapaze! Das nächste Mal werden wir auf jeden Fall einen Stopp-Over in Singapur oder Hongkong machen!

Jetzt schließt sich der Bericht langsam wieder, denn wie wir in Frankfurt angekommen sind habe ich ja bereits am Anfang beschrieben.

Es grüßt Euch

Euer Michel

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